FAQ            

Kann man die CADSD-Software kaufen?
 
Kann man bestehende Didgeridoos klanglich verbessern?

Was macht den Klang guter "Euka- Didges " aus?

Wie entsteht der Gegendruck beim Didgeridoo-Spielen?

Didgeridoos "klonen" oder "entwickeln"?


Kann man die CADSD-Software kaufen?

Antwort von Frank: 

Nein, das ist momentan nicht möglich. 

Die CADSD-Software ist eine Sammlung aus verschiedenen Komponenten, die ich ständig weiterentwickle. Diese sind nicht selbsterklärend und nur mit speziellem Know-How und Erfahrungswerten nutzbar. Die richtige Interpretation der Simulationsergebnisse ist entscheidend für den Erfolg. 

Meine Erfahrungen kann ich nicht "mal eben inkl. Software" weitergeben - ich brauche noch Zeit, um Euch eine Lösung anzubieten. 

Wenn es soweit ist, erfahrt Ihr es sofort auf unserer Startseite.

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Kann man bestehende Didgeridoos klanglich verbessern?

Ja man kann. Wir haben seit langem ein entsprechendes Kapitel in Planung. Da das Thema sehr komplex ist und wir uns nicht nur mit den Basics beschäftigen wollen, dauert es aber noch ein wenig, bis die ist die Tuning-Seite fertig ist. 

Professionelles-Tuning wird wahrscheinlich die Möglichkeiten vieler Selbstbauer übersteigen.

Hier ein paar Infos vorab: Um die Klang- und Spielcharakteristik eines bestehenden Didges zu verändern, ohne es unwiderrufbar zu ruinieren, gehen wir so vor:

1. Das Instrument wird mit verschiedenen Anschlag- und Anspieltechniken akustisch analysiert (mittels frei verfügbarer FFT-Software)

2. Die erhaltenen Klang-und Eigenresonanzspektren werden analysiert (Kenntnisse der physikalischen Vorgänge sind dabei unerlässlich)

3. Die Innenform  des Instrumentes wird vermessen (s. Kapitel Vermessung und verbesserte Vermessungsmethode in News 2004)

Mit Hilfe der so gewonnenen Daten wird mit den CADSD-Tools das gemessene Spektrum mit der Simulation abgeglichen. Falls alles passt, können dann mittels Simulationsrechnungen die Auswirkungen verschiedener Änderungen der Innenform auf die Klangcharakteristik (auch abhängig von der Spielcharakteristik) untersucht werden. Ohne entsprechende Erfahrungen ist die Beurteilung der Berechnungen schwierig.

Nach diesen Untersuchungen können Aussagen getroffen werden, ob eine Klangverbesserung überhaupt möglich ist. Natürlich ist die Beurteilung von Klang auch eine subjektive Sache, die von den Vorlieben und dem spielerischen Können und Spielstil bzw. –technik abhängt.
Ja nachdem, ob sich gewünschte Verbesserungen ergeben, können diese dann praktisch am Instrument nachgearbeitet werden. Ohne das Risiko, dass man das Instrument unbrauchbar macht.

Da die Klang- und Spielcharakteristik immer von der gesamten Innenquerschnitts-Kontur des Instrumentes bestimmt wird, sind die in verschiedenen Foren diskutierten Einzelerfahrungen nicht verallgemeinbar. 

Gerade die Komplexität dieses Thema ist für uns eine beonders schöne Herausforderung.

Noch ein paar Statements zur Klangentstehung:
Die Basis für die jeweilige Klangcharakteristik ist der gesamte Querschnittsverlauf der Innenform eines Instrumentes. Holzart und Wandstärke haben nur noch einen geringen abrundenden Einfluss auf die Klangcharakteristik, können aber die Klangabstrahlung verbessern und oft ein „i-Tüpfelchen“ auf die empfundene Spiel- und Klangcharakteristik setzen. Von den Holzeigenschaften wird meist nur noch die selektive Adsorption von Obertönen geringfügig verändert. Aus diesem Grund bevorzugen wir sehr harte Hölzer. Auch durch die Innenwand-Oberflächen-Beschaffenheit kann selektiv die Dämpfung von Obertönen beeinflusst werden.

Beim Spielen auf einem ausgehöhlten Stamm oder einer Bohle ist bereits die gesamte Klangcharakteristik enthalten. (eben die Seele des Instrumentes, das Holz ist „nur“ die Hülle).

Wer den Einfluß der Holzart und z.T. der Wandstärke eines Instrumentes mit gleicher Innenform und vom gleichen Spieler gespielt erfahren möchte, kann als Beispiel folgende Soundbeispiele auf unserer Website www.didgeridoo-physik.de vergleichen:

1. Instrument aus Bongossi unter „News“, Beispiel einer akustischen Rekonstruktion
2. Instrument aus Esche unter “News”, Erfahrungsbericht von Bernd Lötzsch letztes Soundbeispiel

Übrigens liegt die Klangcharakteristik des „Vorbildinstrumentes“ aus Eukalyptus wenn es auch von Bernd gespielt wird etwa zwischen den beiden Soundbeispielen.
Mit verbundenen Augen konnte man beim gleichen Spieler nur raten welches Instrument gespielt wurde.

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Was macht den Klang guter Euka-Didges aus?

Es ist nicht das Euka-Holz, wie viele „Experten“ meinen. Es ist die jeweilige besondere Innenform der Luftsäule, die von erfahrenen eingeborenen Aboriginal-Künstlern aus dem Arnhemland oft aus vielen wild gewachsenen Innenformen nach Klang ausgewählt wird. Das Holz ist lediglich die Hülle der Luftsäule, der „Seele“ des Instrumentes.
Da der Schall direkt über die schwingende Luftsäule abgestrahlt und nur zu einem minimalen Teil mit dem Holz in Wechselwirkung tritt, spielt die Holzart eine untergeordnete Rolle. Es kann je nach Härte, Dichte und Elastizitäts-Modul bestimmte Obertonanteile mehr oder weniger dämpfen und damit den Klang nur minimal aber von erfahrenen Spielern wahrnehmbar beeinflussen.
Weiche Materialien und dünne Wandstärken können zu Schallabsorptionen bestimmter Obertonanteile führen und eine „muffige“ Klangcharakteristik entstehen.

Der oft zitierte wichtige Einfluss der Holzeigenschaften bei Saiteninstrumenten begründet sich darauf, dass hier die Saitenschwingungen (klangerzeugende Elemente) auf das Resonanzholz übertragen werden müssen und erst über dieses Holz die Schwingungen auf die Luft übertragen werden und zum Trommelfell im Ohr gelangen. Beim Didgeridoo spielt das Holz nicht diese Rolle, da die schwingende Luftsäule selbst das klangerzeugende Element ist und diese Schwingungen direkt zum Ohr gelangen.

Wenn die Form der Luftsäule passt, können aus einheimischen Harthölzern Instrumente gebaut werden, die genau so gut wie gute Euka-Instrumente oder sogar besser klingen können. Ebenso kann das beste Euka-Holz eine akustisch nicht passende Luftsäule nicht zu einem guten Klang verhelfen. Das ist auch der Grund dafür, dass die meisten typischen Touri-Euka-Instrumente bescheiden klingen und meist nur von einheimischen Aboriginal-Künstlern (vor allem für den eigenen Gebrauch) ausgesuchte Instrumente wirklich gut klingen. Da Instrumente aus einheimischen Hölzern oft nur einfache Innenformen aufweisen, klingen diese in der Regel nicht wie ausgesuchte Euka-Instrumente mit komplexeren Innenformen.

Eine zusätzliche Rolle spielt die Subjektivität des Hörers. Der Klangeindruck, der im Gehirn entsteht wird auch von den eigenen Vorlieben und den optischen Eindrücken beeinflusst. Ein Instrument mit identischer Innenform aus Euka-Holz und einem aus etwa gleichhartem einheimischen Holz wird ohne den optischen Eindruck (z.B. beim Spielen im Dunkeln) kaum voneinander unterscheidbar sein.

Leider wird das Argument, dass nur Original Euka-Instrumente gut sind, oft nur aus kommerziellen Gründen von Händlern verwendet, um auch ein Geschäft mit klanglich minderwertigen Instrumenten zu machen.

Wer auf mehr, als „nur“ den Klang Wert legt und ein authentisches von Termiten ausgehöhltes Euka-Instrument besitzen möchte, sollte von erfahrenen Aboriginal-Künstlern ausgesuchte Instrumente wählen, die zusätzlich meist auch noch eine besondere Aura haben.

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Wie entsteht der Gegendruck beim Didgeridoo-Spielen?

Ein Didgeridoo ist ein mehr oder weniger unregelmäßig geformtes Rohr, das die Form der in ihm schwingungsfähigen elastischen Luftsäule vorgibt.

Jetzt wird es anspruchsvoll: In Abhängigkeit von dieser Innenform, existiert eine unregelmäßige Reihe von Frequenzen bei denen der akustische Scheinwiderstand jeweils ein Maximum aufweist, die sogenannten Eigenresonanzfrequenzen der Luftsäule. 

Jede Eigenresonanz ist mit dem Mund (schwingende Lippen) anspielbar (Grundton und Reihe der Overblows). Spielt man die niedrigste Eigenresonanz an, erklingt der Grundton.

Beim Spielen des Grundtones erklingt auch das harmonische Spektrum der Obertöne des Grundtones. D.h., das 2, 3, 4,…, n-fache der Grundtonfrequenz.

Je ausgeprägter die Eigenresonanz des Grundtones ist (also der akustische Scheinwiderstand der Grundtonfrequenz) und je mehr Obertöne auf weitere Eigenresonanzen fallen, umso größer ist der gesamte akustische Scheinwiderstand des Didgeridoos (also die gewichtete Summe der akustischen Scheinwiderstände an den Obertonfrequenzen).

---> Dieser akustische Scheinwiderstand wird als Gegendruck wahrgenommen.

Über diese Zusammenhänge ist auch erklärbar, dass es Instrumente mit relativ weiter „Bohrung“ gibt, die durch ein optimales Aufeinandertreffen der Obertöne mit den Eigenresonanzen der Luftsäule einen wesentlich größeren Gegendruck aufweisen können, als z.B. engere Instrumente mit ungünstiger Resonanzverteilung. 

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Didgeridoos "klonen" oder "entwickeln" ?

Unter "Klonen" versteht man die Schaffung einer genetisch identischen Kopie eines Organismus. Der Klon wird aber aufgrund komplexer physikalischer Effekte nie ein identisches Abbild des Originals sein können. Insofern ist ein Original nur mit sich selbst identisch. Im Zusammenhang mit Didgeridoos wird der Begriff "Klonen" in letzter Zeit häufiger verwendet, um die Produktion akustischer Kopien von Originalinstrumenten zu bezeichnen. Auch hier wird aufgrund komplexer physikalischer Effekte nie eine 100% Kopie erreichbar sein, aber je nach Aufwand eine beliebige Annäherung an das Original, wenn mehrere der folgenden Ziele verwirklicht werden:

Die Nachbildung des Querschnittverlaufes der Innenform

Die genaue Nachbildung der Innenform

Die gleiche Oberflächenrauhigkeitsverteilung der Innenform

Verwendung von Material mit den gleichen Härte-, Dichte- und Elastizitätseigenschaften wie das Original

Ein identischer Wandstärkenverlauf


Die Umsetzung ist praktisch möglich, aber mit hohem Aufwand verbunden. Soweit zu den physikalischen Eigenschaften.

Die Authentizität und Aura von guten Originalen ist natürlich nie zu kopieren. Schon gar nicht die mit Originalen verbundenen Geschichten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Diskussion physikalischer Klangeigenschaften von den kulturbeeinflussten emotionalen Empfindungen und subjektiven Überzeugungen nicht zu vermischen. Wer auf mehr, als „nur“ den Klang Wert legt und ein authentisches von Termiten ausgehöhltes Euka-Instrument besitzen möchte, sollte von erfahrenen Aboriginal-Künstlern ausgesuchte Instrumente wählen und so diese Kulturen unterstützen.

Die genaue Analyse von guten Instrumenten ist zur physikalischen Erkenntnissgewinnung erforderlich, aber Instrumente zu klonen ist langweilig und unkreativ und deshalb nicht unser Ziel. Wissenschaftlich interessant ist die akustische Rekonstruktion von Instrumenten, die teilweise nicht mehr existieren, von denen aber ein Klangbeispiel vorliegt. Noch interessanter ist es, die gewonnenen Erfahrungen zu verwenden, um gezielt akustisch ebenbürtige oder "bessere" Instrumente mit neuen individuellen Klangcharakteristiken zu finden. So ist es unser Ziel, neue Instrumente mit unikaten Klangcharakteristiken und eigenen Geschichten zu schaffen und mit diesen Menschen emotional zu berühren.

Inzwischen ist es möglich mit den CADSD-Tools in kurzer Zeit viele Tausende Innenformen zu analysieren und über (von der Natur nachempfundenen) Evolutionsalgorithmen in Verbindung mit Experten Know How qualitativ völlig neue Instrumente zu schaffen. Partiell auch Instrumente für die die Wahrscheinlichkeit, diese mit herkömmlichen Selektions-Methoden in der Natur zu finden, extrem gering ist oder mittels experimenteller Baumethoden viele Jahre benötigt würden.

Dieses Thema ist so interessant und wird uns sicher noch lange weiter begeistern.

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